Sie sind hier  »  Feldenkrais Methode  »  Ausführliche Informationen

Warum Feldenkrais?

10 Gründe, die Feldenkrais zur interessantesten Methode ganzheitlicher Persönlichkeits- Schulung machen.   mehr »

Übungsserie auf MP3

Wir haben für Sie eine Übungsserie mit Jerry Karzen zum kostenlosen Download gestellt.   mehr »

Kostenlose Demo-CDs

Ab sofort können Sie die ge-
fragten Demo-CDs zu unseren aktuellen Ausbildungsgängen direkt online anfordern.   mehr »

Ausführliche Informationen zur Feldenkrais Methode

« zurück     Index     weiter »

Kompetenz oder Anstrengung?

Ein weiterer, überaus wichtiger Rat betrifft das Ausmaß von Kraft, mit dem Sie die Bewe- gungen durchführen: versuchen Sie stets, die Bewegungen nur mit einem Minimum an Muskelkraft durchzuführen. Gerade, wenn Sie noch keine oder wenige Erfahrungen mit "Bewusstheit durch Bewegung" gesammelt haben, werden Sie dazu neigen, zuviel des Guten zu tun. Gerade wenn wir Bewegungen ausführen wollen, die uns neu sind, verwenden die meisten von uns zuviel Kraft. Möglicherweise werden Sie sich jetzt fragen, was denn daran so schlimm ist?

Nun, es gibt ein paar gute Gründe, sich seiner Anstrengungen bewusst zu werden:

Erstens fehlt uns oftmals nicht die Kraft, sondern die Kompetenz. Gerade, wenn wir lernen, neue Handlungen in unser Repertoire aufzunehmen, machen wir oftmals den Fehler, uns übermäßig anzustrengen. Wir versuchen damit unbewusst, fehlendes Können auszu- gleichen. Leider ist dies oftmals der falsche Weg. Denken Sie an jemanden, der im Winter mit dem Auto auf einer verschneiten Straße ins Rutschen gerät: schnelle, übergroße Lenk- bewegungen werden seine Lage meist nur verschlimmern. Gute Autofahrer wissen, dass es in einer solchen Situation das Beste ist, das Steuer sehr vorsichtig und und nur ganz wenig zu drehen.

Verwenden Sie nur einen Bruchteil der Kraft, die Ihnen eigentlich zur Verfügung steht!

Oder stellen Sie sich vor, sie wollten lernen, ein Instrument zu spielen, beispielsweise Klavier. Wenn Sie nicht wissen, wie man auf einem Klavier eine Melodie spielt, dann wird es auch nichts helfen, wenn Sie mit übergroßer Kraft auf die Tasten schlagen. Ganz im Gegenteil: Sie werden dadurch nur die Beweglichkeit Ihrer Finger einschränken, und im Extrem werden Sie sogar das Klavier beschädigen. Auch Ihr Körper ist ein sehr feines Instrument, und Sie sind der Spieler. Lernen Sie, gut zu spielen!

Auch der zweite Grund, die Bewegungen mit wenig Kraft auszuführen, hat mit Physik zu tun. Physiker wissen, daß Energie weder erzeugt, noch vernichtet, sondern nur transformiert werden kann. Wenn Muskeln arbeiten und keine Bewegung daraus resultiert, dann entsteht unnötige Wärme, die an sensiblen Stellen der Gelenke Schaden anrichten kann. Scherkräfte und unnötige Reibung bewirken auf diese Art Verschleißprozesse, die sich mit zunehmendem Alter immer mehr auszuwirken beginnen. Mithilfe der Bewegungslektionen können Sie für viele Ihrer Gelenke schonende und gleichzeitig sehr funktionale Bewegungsmöglichkeiten entdecken.

Wenn Sie lernen, sich effizient zu bewegen, verlangsamen Sie den Verschleiss Ihres Körpers.

Führen Sie die Bewegungen nicht bis an ihre Grenze, sondern kehren Sie bereits vorher wieder um. Wenn wir einen Bereich unseres Körpers nicht so bewegen können, wie wir es eigentlich möchten, dann glauben wir meist, es wären schlechte Gelenke, schwache Muskeln oder zu kurze Bänder daran schuld. Wir glauben dann, wir müssten uns nur ein wenig dehnen oder kräftigen, oder zumindest die gewünschte Bewegung immer wieder aufs Neue versuchen – solange bis sie vielleicht doch irgendwie gelingt. Bedenken Sie jedoch: viele der Begrenzungen, die wir im Bewegungsapparat verspüren, sind nicht durch unsere Gelenke, auch nicht durch Muskeln oder Sehnen, sondern durch unser Nervensystem festgelegt. Bitte dehnen oder strecken Sie sich deshalb im Verlauf der Übungen nicht; versuchen Sie vielmehr herauszufinden, wie groß der Bereich sein kann, innerhalb dessen Sie die Bewegung vollkommen mühelos ausführen können. Bleiben Sie stets innerhalb dieses Bereiches, und vergrößern Sie auf diese Weise Ihre Kompetenz und nicht Ihre Anstrengung. Wahrscheinlich werden Sie schon nach kurzer Zeit des Arbeitens bemerken, dass sich Grenzen, die Sie für unabänderlich gehalten haben, zu erweitern beginnen.

« zurück     Index     weiter »