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Das Weber-Fechner-Gesetz

Ein weiterer Grund, die Bewegungen mit wenig Kraft durchzuführen, ist neurophysiologischer Art: Angenommen, Sie hätten einem anderen Menschen etwas Bestimmtes mitzuteilen. Unter welchen Umständen glauben Sie, würde es Ihrem Zuhörer leichter fallen, Ihnen aufmerksam zu lauschen: in einem stillen Zimmer, in dem es ruhig genug ist, um sich auch mit leiser Stimme verständlich zu machen, oder in einer lärmenden Bahnhofshalle, in der Sie zum Ausgleich für die übrigen Störgeräusche mit voller Lautstärke auf Ihren Zuhörer einreden müssen?

Nun, für Ihr Nervensystem können Sie quasi zwischen den gleichen Bedingungen wählen: wenn Ihre Muskeln mit großer Kraft arbeiten und der allgemeine Aktivismus sehr hoch ist, kann dies durchaus der hektischen Atmosphäre einer Bahnhofshalle gleichen. Es wird sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, unter diesen Umständen eine komplexe Botschaft zu übermitteln. In der Neurophysiologie ist diese Tatsache als die Konstante von Weber und Fechner bekannt.

Grosse Anstrengungen behindern grosse Lernerfolge.

Mit einfachen Worten ausgedrückt, besagt das Weber-Fechner-Gesetz, dass der kleinste, als unterschiedlich wahrzunehmende Reiz in einem konstanten Verhältnis zum bereits vorherrschenden Reiz steht. Im Bereich kinästhetischer Empfindungen (also unserem Sinneskanal für Berührungsreize, Druck, Gewicht oder dergleichen), beträgt die Konstante etwa ein Vierzigstel. Wenn Sie also mit geschlossenen Augen einen Briefumschlag mit einem Gewicht von 40 Gramm in der Hand halten, genügt eine Zunahme von nur einem Gramm, um Ihnen das Gefühl einer Veränderung zu geben. Wenn Sie jedoch eine 40 kg schwere Kiste hochheben, muß man Ihnen schon mindestens ein weiteres kg Gewicht dazugeben, um Sie auf eine Veränderung im Gesamtgewicht aufmerksam zu machen.

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