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Ein paar Worte zum Thema Schmerz

Schmerz ist ein Warnsignal, welches uns vor Schlimmerem bewahren soll. Versuchen Sie nie, Schmerz zu überwinden. Nehmen Sie ihn stattdessen als Lehrmeister, der Ihnen sagen will, dass Sie eine andere Art körperlicher Organisation lernen sollten. Lernen Sie deshalb, sich so zu organisieren, dass Schmerz unnötig wird, und führen Sie die Bewegungen immer so aus, dass Sie kurz vor einem möglichen Schmerz wieder umkehren. Wenn Sie im Moment nicht herausfinden können, wie die Bewegung schmerzlos auszuführen ist, dann sollten Sie nur in Gedanken weiterarbeiten. Respektieren Sie die Signale Ihres Körpers, und trainieren Sie Ihre Willenskraft lieber in anderen Bereichen.

Warum Sie die Bewegungen sehr langsam ausführen sollten

Schnelle Bewegungen erfordern einen hohen Grad an Automatisierung, denn das Gehirn braucht nun mal eine gewisse Zeit, um ein ungewohntes Muster präzise zu durchdenken und die notwendigen Gewohnheiten aufzubauen.

Nehmen Sie als Beispiel eine andere Fähigkeit, die Sie wahrscheinlich im Laufe Ihres Lebens schon erlernt haben: Autofahren. Können Sie sich erinnern, wie es war, als Sie noch Fahrstunden nehmen mussten? Wahrscheinlich benötigten Sie alle zur Verfügung stehende Aufmerksamkeit, um den Wagen zu kontrollieren. Wie hätten Sie es gefunden, wenn der Fahrlehrer Sie bereits in der zweiten Stunde allein in einem Porsche auf die Autobahn geschickt hätte? Wahrscheinlich hätten Sie sich gerne von jedem Kleinwagen überholen lassen, nur um das Auto und sich selbst heil nach Hause zu bringen.

Je langsamer Sie eine neue Bewegung erkunden, desto schneller werden Sie sie am Ende ausführen können. Lassen Sie Ihrem Nervensystem Zeit, auch alle möglichen Abweichungen von der Idealbewegung zu erforschen. Seien Sie nicht perfektionistisch. Die Schnelligkeit kommt mit wachsendem Verständnis für die Bewegung.

Es lernt sich nicht gut unter Druck und Eile.

Versuchen Sie nicht, die Lektion "gut" zu machen. Im Gegenteil: machen Sie ruhig Fehler und gewähren Sie sich die Zeit, die es braucht, bis Ihr Gehirn die entsprechende Bewegungs- sequenz verinnerlicht hat. Probieren Sie Verschiedenes aus, variieren Sie Ihre Vorge- hensweise und machen Sie ruhig auch Fehler. Sie werden möglicherweise an manchen Stellen unsicher sein, wie die Bewegung genau gedacht ist. Lassen Sie sich Zeit, dies selbst herauszufinden. Es ist nicht wichtig, die Übung "richtig" zu machen. Entwickeln Sie Ihr eigenes Gespür dafür, was für Sie selbst richtig ist; bleiben Sie unvoreingenommen und entwickeln Sie Ihr eigenes Urteil. Haben Sie schon einmal ein kleines Kind beobachtet, wie es fasziniert von seiner eigenen Fähigkeit, Geräusche hervorzubringen – ein und denselben Laut immer wieder aufs Neue wiederholt? Seien Sie gleichermaßen fasziniert von sich selbst, geben Sie sich soviel Zeit, wie nötig und bleiben Sie Ihr eigener Lehrer!

Sie werden mehr Nutzen aus den Lektionen ziehen können, wenn Sie sich erlauben, jede einzelne Bewegungsanregung in Ruhe auszuschöpfen. Wenn Sie durch die einzelnen Lektionen spurten, dann werden Sie davon möglicherweise nur einen steifen Hals bekommen. Lassen Sie sich Zeit. Und noch einmal: verwenden Sie nur einen Bruchteil Ihrer zur Verfügung stehenden Kraft! Je spielerischer Sie an die Bewegungslektionen herangehen, desto besser. Grundsätzlich gilt: tun Sie immer ein bisschen weniger, als Sie könnten. Auf keinen Fall mehr.

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